2016.06.27-08.27.Galerie Renate Kammer, Hamburg

www.galerierenatekammer.de

QUADRAT, KREIS, DREIECK IN DER KUNST DER GEGENWART
VOM MENSCHLICHEN GEIST FÜR DEN MENSCHLICHEN GEIST

Ilse Aberer, Joachim Albrecht, Ingo Glass, Max H. Mahlmann, 
Laszlo Otto, Gudrun Piper, Martin Vosswinkel, Ludwig Wilding


Eröffnungsrede: Prof. Dr. Dietmar Guderian

 

 
 

Thoughts for the »Yantra-ipsum-creator« Painting-series

 

My paintings are intended to be road signs towards completeness. They are objects of meditation, mandalas. In amongst centred images promoting spiritual immersion Eastern yantras are “final”, essential and summarising geometric diagrams; one might say that they herald the sacred beginnings: they “speak” the unspeakable, they depict the undepictable. The artist, this way, creates a bridge between the person seeking spiritual wholeness and the feasible states to be achieved. Thus, through the aesthetic experience, man can become his natural self.

 

The hierarchically structured states, setting out from the centre of the Beginningless, build up an orderly arrangement even on the periphery. From the organically cosmic state, built up on the periphery, it is possible to arrive in the beginningless Origo. 

 

Gradualness within the hierarchy means an interdependent progressiveness which will eventually lead to the transcendent Centre. However, starting from this Zero point, through the various degrees of the levels, it is possible to keep Peripheries integrated in the organic process. 

 

The complexity of the screens as the auto-regulative organizing principle of consciousness. The qualitative structure arranged around the centre results in Unity, a unity or organically connected system on whose analogy it is possible to found a city or to establish a civilization.

 


Gedanken für die Gemälde-serie »Yantra-ipsum-creator«

 

Meine Bilder sollen Wegweiser in Richtung des Ganzheitlichen sein. Meditationsobjekte, Mandalas. Unter den der geistigen Vertiefung dienenden, konzentrierten Bildern sind die fernöstlichen Yantras essentielle, „letzte“, zusammenfassende geometrische Darstellungen. Man könnte sagen, dass es sich hier um Mitteilungen über den heiligen Anfang handelt: Sie sprechen das Unausprechliche und nicht Darstellbare gerade noch aus, stellen es gerade noch dar. Der Künstler ist in der Lage Brücken zu schlagen, zwischen der nach Vollkommenheit strebenden Person und dem angestrebten, realisierbaren Daseinszustand. Auf diese Weise wird der Mensch durch das ästhetische Erlebnis zu seinem naturgegebenen selbst. 

 

Aus dem Zentrum der Anfangslosigkeit schaffen die hierarchisch geordneten Zustände auch an der Peripherie Ordnung. Aus dem an der Peripherie aufgebauten organisch-kosmischen Zustand ist es möglich, zum anfangslosen Nullpunkt zu gelangen.

 

In der Hierarchie beziehen sich die Stufen der Gradualität so aufeinander, dass wir nach dem Durchschreiten des Ganzen den transzendenten Mittelpunkt erreichen können. Zugleich ist auch, ausgehend von diesem Nullpunkt, in diesem organischen Prozess durch den Grad der Stufen der Zusammenhalt der Peripherie möglich. 

 

Rasterkomplexität als selbstregulierendes Ordnungsprinzip des Bewusstseins. Aus der um den Mittelpunkt geordneten qualitativen Struktur resultiert Einheit; eine solche Einheit oder sich organisch anbindendes System, auf dessen Analogie eine Stadtgründung oder Kulturschöpfung möglich ist.